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Erschienen in 08.2026

Kronberger Kreis, Stiftung Marktwirtschaft

Ist der Euro zukunftsfest?

– Das Wichtigste in Kürze –

 

„Um die Europäische Währungsunion und den Euro langfristig stabiler und zukunftsfester zu machen, empfiehlt der Kronberger Kreis folgende Reformen:

1. Haftung, Entscheidung und Kontrolle sollten in der Geld- und Fiskalpolitik stets auf derselben Ebene liegen.

2. Der Preisstabilität sollte in der geldpolitischen Strategie wieder stärkeres Gewicht gegeben werden, indem das Taylor-Prinzip beachtet und in der Kommunikation verwendet wird sowie Signale der Geld- und Kreditentwicklung ernster genommen werden. Die quantitative Lockerung durch Bilanzausweitung sollte auf außergewöhnliche Krisensituationen beschränkt bleiben und anschließend zügig reduziert werden.

3. Auf Wertpapierkäufe zur Reduktion der Finanzierungskosten einzelner Mitgliedstaaten sollte verzichtet werden. Zugleich sind die notwendigen institutionellen Reformen umzusetzen und erforderliche Instrumente zu etablieren, um die EZB aus der Rolle des Schuldenkrisenmanager herauszuführen.

4. Die wesentlichen Fehlanreize (Moral Hazard), die Trittbrettfahrerverhalten bei Staatsverschuldung und Bankenaufsicht begünstigen, sollten beseitigt werden.

5. Die europäischen Fiskalregeln sollten wieder gestärkt werden, insbesondere um eine wirksame Rückführung hoher Schuldenquoten nach Krisen zu gewährleisten.

6. Ein glaubwürdiger Staatsinsolvenzmechanismus sollte geschaffen werden, um Anreize für eine nachhaltige Finanzpolitik zu setzen und eine wirksame Krisenbewältigung zu ermöglichen.

7. Die Privilegien für Staatsanleihen in der Bankenregulierung sollten schrittweise abgeschafft werden, um den Staaten-Banken-Nexus zu durchbrechen.

8. Die internationale Rolle des Euro sollte im Rahmen einer realistischen Perspektive gestärkt werden. Sein regionaler Einfluss lässt sich durch vertieften Handel und eine stärkere wirtschaftliche Integration ausbauen. Hinsichtlich der Möglichkeiten, den Euro zu einer globalen Reservewährung aufzubauen, sind die damit verbundenen Kosten und Risiken zu berücksichtigen.

9. Die wahrgenommene fiskalische Stabilität ist zentrale Voraussetzung für eine stärkere internationale Bedeutung des Euro als Reservewährung, wofür verbindliche Fiskalregeln sowie die Einheit von Haftung und Kontrolle unerlässlich sind.

10. Rufe nach Eurobonds und gemeinsamer Haftung sollten ignoriert werden. Stattdessen sollten die Haushaltskonsolidierung in hochverschuldeten Mitgliedstaaten, marktorientierte Strukturreformen, mehr Handel, höheres Wirtschaftswachstum und der Abbau regulatorischer Hürden vorangetrieben werden.“