20 Jahre Euro-Bargeld: Wie sich Zahlungsverkehr,

Erschienen im 06.2022
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Am 23. Juni hat die Hauptverwaltung in Bayern gemeinsam mit dem Aktionskreis Stabiles Geld eine Konferenz anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Euro-Bargelds ausgerichtet. Beim Aktionskreis handelt es sich um einen Zusammenschluss von Hochschullehrerinnen und -lehrern, die ehemals bei der Deutschen Bundesbank beschäftigt waren und das Ziel verfolgen, die geldpolitische Stabilitätskultur in der breiten Öffentlichkeit zu fördern. Dabei stehen sie im regelmäßigen Austausch sowohl mit der Bundesbank als auch anderen relevanten Finanzakteuren. Nach 2019 war dies die zweite gemeinsame Veranstaltung der bayerischen Hauptverwaltung mit dem Aktionskreis und stand diesmal unter dem Motto „20 Jahre Euro-Bargeld – Wie sich Zahlungsverkehr, Geldpolitik und institutioneller Rahmen der Europäischen Währungsunion verändert haben“.

Intention der Konferenz war, den rund 100 Gästen aus Wissenschaft, Universitäts- und Hochschulbereich, der Schullandschaft sowie aus Kredit- und Realwirtschaft einen Überblick über die Entwicklungen in der Währungsunion in den vergangenen 20 Jahren zu geben, über mögliche Reformansätze und Neuerungen zu diskutieren und somit das gegenseitige Verständnis von Notenbank, Wissenschaft sowie breiter Öffentlichkeit zu fördern.

Auf der Agenda standen drei Impulsreferate sowie eine Podiumsdiskussion. Den Auftakt machte HV-Präsident Franz Josef Benedikt, der in seinem Vortrag „EZB, quo vadis? Geldpolitik im Spannungsfeld von Pandemie, Ukrainekrise und hoher Inflation“ auf die aktuellen geldpolitischen Herausforderungen im Euroraum einging.

Gerhard Rösl, Sprecher des Aktionskreises Stabiles Geld und Volkswirtschaftsprofessor an der OTH Regensburg, skizzierte in seinem Referat „Digitales Zentralbankgeld für jedermann: eine Alternative zu Bargeld?“ den Entwicklungs- bzw. Ausgestaltungsstand des Projekts „digitaler Euro“ der Notenbank.

Im dritten Impulsreferat nahmen Ralph Hirdina und Thomas Jost, beide Professoren an der der Hochschule Aschaffenburg, unter dem Titel „Die Architektur des Eurosystems – Stabilitätskultur oder Vergemeinschaftung von Staatsschulden über das Eurosystem? Ein Richtungsstreit“ eine kritische Bestandsaufname zum EWU-Ordnungsrahmen vor.

Nach einer Kaffeepause moderierte Christine Bergmann vom Bayerischen Rundfunk eine Podiumsdiskussion mit Beteiligung aller Referenten und nahm dabei auch Fragen aus dem Publikum auf. Hier wurden etliche Aspekte aus den vorangegangenen Referaten aufgegriffen und intensiv diskutiert. Dass die Veranstalter mit dem Tagungsthema offenbar einen Nerv getroffen haben, zeigte sich an den vielen intensiven Gesprächen, die nach dreistündiger Konferenz beim Get-Together im informellen Rahmen unter den Gästen fortgesetzt wurden.